Die Säule 3a für Selbstständige: bis zu 36'288 Franken pro Jahr

Ratgeber 2026 zur Säule 3a ohne Pensionskasse · von Ahmed & Hassan Al Gizani
Die Antwort in Kürze

Wer selbstständigerwerbend ist und keiner Pensionskasse angehört, kann bis zu 20 % des Nettoerwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen, höchstens jedoch 36'288 Franken im Jahr 2026 — fünfmal so viel wie der Beitrag einer angestellten Person. Das ist der «grosse Beitrag», und er ist vollständig abzugsfähig. Er entfällt, sobald eine 2. Säule besteht, selbst eine freiwillige: Wer eine GmbH oder eine AG besitzt und bei der eigenen Gesellschaft angestellt ist, fällt auf 7'258 Franken zurück. Die Säule 3a für Selbstständige ist damit das wichtigste abzugsfähige Vorsorgeinstrument der Einzelfirma und eines der wenigen, das sich vollständig konform gestalten lässt.

Selbstständigerwerbend zu sein bedeutet in der Schweiz, keine obligatorische 2. Säule zu haben. Niemand zieht BVG-Beiträge von Ihrem Gewinn ab, niemand bildet an Ihrer Stelle Alterskapital. Das Gesetz gleicht dieses Fehlen mit einer erweiterten Säule 3a aus. Hier steht, wie die Säule 3a für Selbstständige funktioniert, wer genau Anspruch darauf hat, was sie an Steuern bringt, wie sie sich zu einem freiwilligen BVG-Anschluss verhält und wie sie halal wird.

Was ändert sich für Selbstständigerwerbende?

Wer im Sinne der AHV selbstständigerwerbend ist, untersteht der obligatorischen beruflichen Vorsorge nicht. Das BVG deckt nur Angestellte; wer eine Einzelfirma führt, zahlt AHV-Beiträge auf dem eigenen Einkommen, ist aber zu keiner 2. Säule verpflichtet. Ein freiwilliger Anschluss ist möglich — dazu weiter unten mehr —, doch standardmässig ruht die Altersvorsorge auf der AHV und auf dem, was die Person selbst spart.

Genau diese Situation regelt Artikel 7 der Verordnung BVV 3 (SR 831.461.3): Personen ohne 2. Säule profitieren von einem deutlich höheren Beitragsmaximum in der Säule 3a, berechnet als Prozentsatz ihres Einkommens. Der Mechanismus ist derselbe wie für Angestellte — gebundene Vorsorge, Steuerabzug, bis zur Pensionierung gesperrtes Kapital —, doch der Massstab ändert sich.

Wie hoch ist der Höchstbetrag der Säule 3a für Selbstständige im Jahr 2026?

Der Höchstbeitrag beträgt 20 % des Nettoeinkommens aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit, mit einer absoluten Obergrenze von 36'288 Franken — also das Fünffache des kleinen Beitrags von 7'258 Franken, gemäss den vom Bundesamt für Sozialversicherungen veröffentlichten Beträgen, unverändert gegenüber 2025.

Massgebend ist der Reingewinn aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit, nach Abzug der AHV/IV/EO-Beiträge — so, wie er sich aus der Buchhaltung und der Veranlagung ergibt, und nicht der Umsatz. So liest es das Kreisschreiben Nr. 18 der Eidgenössischen Steuerverwaltung zur Besteuerung der Säule 3a, ergänzt durch das Kreisschreiben 18a vom Dezember 2025. Der Höchstbetrag von 36'288 Franken ist ab einem Nettoeinkommen von 181'440 Franken erreicht; darunter gilt die Regel der 20 %.

Nettoerwerbseinkommen (nach AHV)Maximaler 3a-Beitrag 2026Zum Vergleich: Angestellte mit BVG
40'000 CHF8'000 CHF7'258 CHF
60'000 CHF12'000 CHF7'258 CHF
120'000 CHF24'000 CHF7'258 CHF
181'440 CHF und mehr36'288 CHF Höchstbetrag7'258 CHF

Eine praktische Feinheit: Das endgültige Nettoeinkommen steht erst beim Jahresabschluss fest. Wer 20 % eines geschätzten Gewinns einzahlt und das Jahr darunter beendet, erhält für den Überschuss keinen Abzug; die Stiftung zahlt ihn zurück. Vorsichtig ist, wer im Lauf des Jahres einen Grundbetrag einzahlt und den Rest im Dezember, sobald das Ergebnis absehbar ist.

Einzelfirma oder GmbH: Wer hat Anspruch auf den grossen Beitrag?

Nur wer von der AHV-Ausgleichskasse als selbstständigerwerbend anerkannt ist — in der Praxis die Einzelfirma oder die Teilhaberin beziehungsweise der Teilhaber einer Personengesellschaft —, hat Anspruch auf den grossen Beitrag. Wer eine GmbH oder eine AG besitzt, ist Angestellter der eigenen Gesellschaft: Sobald der Jahreslohn die BVG-Eintrittsschwelle von 22'680 Franken übersteigt, ist der Anschluss an eine Pensionskasse obligatorisch, und die Säule 3a fällt auf 7'258 Franken zurück.

Das ist eine der am wenigsten verstandenen Abwägungen bei der Gründung eines Unternehmens. Die GmbH schützt das Privatvermögen und erlaubt eine grosszügige 2. Säule — deren Beiträge der Arbeitgeber, also Sie selbst, mindestens zur Hälfte trägt —, doch sie schliesst die grosse Säule 3a. Die Einzelfirma setzt das Privatvermögen aus, öffnet aber 36'288 Franken Abzug ohne jede Bindung an einen Vorsorgeplan. Keine der beiden ist «besser»: Alles hängt vom Einkommen ab, vom Risiko der Tätigkeit und davon, wie wichtig Ihnen die Kontrolle über Ihre Anlageträger ist.

Entscheidungsbaum zur Säule 3a für Selbstständige: mit einer Pensionskasse — Angestellte, Inhaber einer GmbH oder AG, freiwillig angeschlossene Selbstständigerwerbende — der kleine Beitrag von 7'258 Franken; ohne BVG, als Einzelfirma, der grosse Beitrag von 20 % des Einkommens, bis zu 36'288 Franken.
Nicht der Beruf bestimmt den Höchstbetrag, sondern der Anschluss — oder Nichtanschluss — an eine Pensionskasse.

Freiwilliges BVG oder grosse Säule 3a: Was wählen?

Selbstständigerwerbende können sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen — jener ihrer Branche, jener ihres Personals oder der Stiftung Auffangeinrichtung —, doch dieser Anschluss senkt ihre Säule 3a sofort auf den kleinen Beitrag. Die Wahl ist also ausschliesslich: entweder eine freiwillige 2. Säule und 7'258 Franken in der Säule 3a, oder keine 2. Säule und bis zu 36'288 Franken in der Säule 3a.

Für das freiwillige BVG sprechen mehrere Punkte: bei hohem Einkommen abzugsfähige Einkäufe, die deutlich über 36'288 Franken liegen können, eine integrierte Todesfall- und Invaliditätsdeckung und ein Schutz des Kapitals vor Gläubigern. Für die grosse Säule 3a sprechen andere: kein vorgegebener Plan, keine Kassengebühren, volle Freiheit beim Anlageträger und ein Kapital, das jederzeit Ihres bleibt. Für die meisten Selbstständigerwerbenden mit einem Einkommen unter 200'000 Franken überwiegt die grosse Säule 3a an Einfachheit und Abzug; darüber verdient der BVG-Anschluss eine Berechnung.

KriteriumGrosse Säule 3a (ohne BVG)Freiwilliges BVG + kleine Säule 3a
Jährlicher AbzugBis zu 36'288 CHFBeiträge + Einkäufe, bei hohem Einkommen oft mehr, plus 7'258 CHF in der Säule 3a
Wahl der AnlageträgerFrei: Konto, Wertschriften, gefilterte FondsVon der Kasse bestimmt
Todesfall- / InvaliditätsdeckungSeparat abzuschliessenIm Plan enthalten
KostenJene des gewählten AnlageträgersVerwaltungs- und Risikokosten der Kasse
IslamkonformitätLässt sich konform gestalten JaObligationenportfolio der Kasse Nein

Die letzte Zeile ist für unsere Leserinnen und Leser kein Detail: Eine Pensionskasse legt einen erheblichen Teil ihrer Vermögenswerte in Obligationen und verzinsten Guthaben an, und die versicherte Person hat auf diese Entscheide keinen Einfluss. Die grosse Säule 3a dagegen lässt sich filtern.

Wie viel Steuern sparen Selbstständigerwerbende?

Jeder Franken, der in die Säule 3a für Selbstständige einbezahlt wird, wird im Jahr der Einzahlung vom steuerbaren Einkommen abgezogen; die Ersparnis ist also der einbezahlte Betrag multipliziert mit Ihrem Grenzsteuersatz. Für eine selbstständigerwerbende Person in der Westschweiz, die 120'000 Franken Nettoeinkommen deklariert, liegt dieser Grenzsteuersatz — Bund, Kanton und Gemeinde zusammen — in der Regel zwischen 30 und 40 %. Ein Beitrag von 24'000 Franken bedeutet dann rund 7'000 bis 9'500 Franken weniger Steuern, je nach Kanton und Gemeinde.

Unser Rechner für die Steuerersparnis der Säule 3a enthält die Tarife der 26 Kantone und den Fall der selbstständigerwerbenden Person ohne BVG. Zwei Effekte sind im Blick zu behalten: Ein Abzug dieser Grössenordnung führt oft über eine Tarifstufe hinaus, sodass die letzten einbezahlten Franken zu einem etwas tieferen Satz abgezogen werden als die ersten; und das Kapital wird beim Bezug besteuert, zu einem reduzierten Satz — siehe unseren Ratgeber zum Bezug der Säule 3a. Über die Dauer bleibt der Abstand zwischen beiden Sätzen deutlich zugunsten der Einzahlung.

Die eigenen Höchstbeträge kennen

Massgebendes Einkommen, grosse Säule 3a, freiwillige BVG: Die Regel hängt von Ihrem Status ab und lässt sich in den Texten überprüfen. Die Ausbildung von ALG Club zeigt Ihnen, wo sie stehen und wie sie anzuwenden sind. Ein erstes unverbindliches Gespräch, um das Programm kennenzulernen.

Die Ausbildung entdecken

Gilt die rückwirkende Einzahlung auch für Selbstständigerwerbende?

Ja, aber mit einem überraschenden Höchstbetrag: Der Einkauf eines Lückenjahres ist auf den kleinen Beitrag von 7'258 Franken begrenzt, selbst für Selbstständigerwerbende, deren ordentlicher Beitrag 36'288 Franken erreicht. Artikel 7a BVV 3, in Kraft seit 2025, unterscheidet die beiden Regelungen in diesem Punkt nicht.

Konkret kann eine selbstständigerwerbende Person ohne BVG, die 2025 nichts einbezahlt hat, im Jahr 2026 ihren ordentlichen Beitrag leisten — bis zu 36'288 Franken — und anschliessend 7'258 Franken für 2025 einkaufen, also bis zu 43'546 Franken Abzug in einem einzigen Jahr. Die Bedingungen und das Vorgehen sind in unserem Ratgeber zur rückwirkenden Einzahlung in die Säule 3a beschrieben, und unser Simulator für den 3a-Einkauf beziffert deren Wirkung Kanton für Kanton.

Wie wird eine Säule 3a für Selbstständige halal?

Der gesetzliche Rahmen der Säule 3a ist neutral; über die Konformität entscheiden die Form des Vertrags und die Anlageträger, die er enthält. Ein verzinstes 3a-Konto wirft Zins ab — Riba —, unabhängig von seiner Grösse, und bei 36'288 Franken pro Jahr wächst die Basis rasch. Eine 3a-Versicherungspolice verbindet garantierten technischen Zins, vertragliche Ungewissheit und Obligationenreserven. Bleibt die Wertschriften-Säule 3a bei einer Bank, deren Portfolio sich wählen lässt: Sie ist die einzige Form, die sich vollständig konform gestalten lässt.

Die Methode ist jene, die wir auf jede Vorsorge anwenden: den Vertrag bei einer Bankstiftung eröffnen, die Zugang zu Fonds oder einzelnen Wertschriften gibt, dann nach den AAOIFI-Quoten filtern — verzinsliche Schulden unter 33 %, verzinste liquide Mittel unter 33 %, nicht konforme Erträge unter 5 % — und jedes Jahr den nicht konformen Anteil der Dividenden reinigen. Unser Ratgeber zur Halal-Säule 3a beschreibt die Kriterien, und unser Vergleich Säule 3a Bank oder Versicherung erklärt, warum die Police keine Option ist.

Die Ausbildung von ALG Club beschreibt diese Methode Schritt für Schritt: wo sich eine Bank-Säule-3a in Wertschriften eröffnen lässt, wie sich die Zusammensetzung eines Fonds liest, wie die Kennzahlen anzuwenden sind und wie sich die jährliche Reinigung dokumentieren lässt. Die Wahl des Vertrags und des Instituts bleibt Ihre: ALG Club vertreibt kein Vorsorge- oder Versicherungsprodukt und wirkt an keinem Abschluss mit.

Die Fehler, die es zu vermeiden gilt

Vier Fehler kehren in den Dossiers von Selbstständigerwerbenden wieder, die wir zu sehen bekommen.

20 % eines Einkommens einzahlen, das noch nicht feststeht

Für den Überschuss wird der Abzug verweigert, und er wird zurückerstattet — ein Steuerjahr ist verloren. Einen Grundbetrag einzahlen, dann im Dezember anpassen.

Sich «für die Deckung» einem freiwilligen BVG anschliessen, ohne zu ermessen, was man damit schliesst

Der Anschluss senkt die Säule 3a noch im selben Jahr auf 7'258 Franken. Eine Todesfall- und Invaliditätsdeckung lässt sich auch separat abschliessen, ohne auf den grossen Beitrag zu verzichten.

Eine Police mit fester Prämie wählen, während das Einkommen schwankt

Das Einkommen von Selbstständigerwerbenden schwankt; eine auf zwanzig Jahre eingegangene Jahresprämie passt sich nicht an. In eine Bank-Säule 3a zahlen Sie ein, wenn Sie können, und in der Höhe, die Sie können — und sie lässt sich konform gestalten.

Vergessen, dass das Kapital gesperrt bleibt

Die grosse Säule 3a ist keine Liquiditätsreserve. Die Fälle eines vorzeitigen Bezugs sind begrenzt — die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gehört dazu, im Jahr danach, nicht aber der Liquiditätsbedarf des Unternehmens. Eine Betriebsreserve wird daneben gebildet, nicht in der Säule 3a für Selbstständige.

Häufige Fragen

Ohne Anschluss an eine Pensionskasse bis zu 20 % des Nettoeinkommens aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit, höchstens 36'288 Franken. Mit einem BVG-Anschluss, selbst einem freiwilligen, sinkt der Höchstbetrag auf 7'258 Franken, wie bei Angestellten. Die Beträge 2026 sind gegenüber 2025 unverändert.

Auf dem Reingewinn aus der selbstständigen Erwerbstätigkeit, nach Abzug der AHV/IV/EO-Beiträge, so wie er sich aus der Buchhaltung und der Veranlagung ergibt — und nicht auf dem Umsatz. Der Höchstbetrag von 36'288 Franken ist ab einem Nettoeinkommen von 181'440 Franken erreicht.

Nein. Wer eine GmbH oder eine AG besitzt, ist angestellt bei der eigenen Gesellschaft. Sobald der Lohn die BVG-Eintrittsschwelle von 22'680 Franken übersteigt, besteht ein Anschluss an eine Pensionskasse, und die Säule 3a ist auf 7'258 Franken begrenzt. Nur wer von der AHV als selbstständigerwerbend anerkannt ist — Einzelfirma oder Personengesellschaft —, profitiert vom Höchstbetrag von 36'288 Franken.

Ja, die Wahl ist ausschliesslich: Der freiwillige Anschluss an eine Pensionskasse senkt die Säule 3a auf den kleinen Beitrag. Das freiwillige BVG erlaubt hohe Einkäufe und schliesst die Risikodeckungen ein; die grosse Säule 3a bietet bis zu 36'288 Franken Abzug, volle Freiheit beim Anlageträger und die Möglichkeit einer konformen Verwaltung. Die richtige Wahl hängt vom Einkommen ab und davon, welches Gewicht der Kontrolle über die Anlagen beigemessen wird.

Ja, doch der Einkauf eines Lückenjahres ist auf den kleinen Beitrag von 7'258 Franken begrenzt, selbst für Selbstständigerwerbende, deren ordentlicher Beitrag 36'288 Franken erreichen kann. Nur seit 2025 entstandene Lücken lassen sich auffüllen, und pro Kalenderjahr kann nur eine Lücke geschlossen werden.

Ja, unter der Bedingung, eine Wertschriften-Säule 3a bei einer Bank zu wählen und deren Anlageträger nach den AAOIFI-Standards zu filtern. Ein verzinstes 3a-Konto wirft Zins ab, und eine Versicherungspolice verbindet garantierten Zins mit vertraglicher Ungewissheit: Diese beiden Formen lassen sich nicht korrigieren. Die Ausbildung von ALG Club zeigt, wie sich die Zusammensetzung einer Bank-Säule-3a in Wertschriften lesen und diese Kennzahlen selbst anwenden lassen; ALG Club vertreibt kein Vorsorgeprodukt und wirkt an keinem Abschluss mit.

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ALG Club bildet Selbstständigerwerbende in der Schweiz darin aus, ihren Höchstbetrag selbst zu prüfen, die einschlägigen Texte zu lesen und die Abwägung zwischen 3a und freiwilliger BVG zu verstehen. Ein erstes vertrauliches Gespräch, unverbindlich, um das Programm kennenzulernen.

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